Suche
Close this search box.

Die Wahrheit über die größten (und dümmsten) Batterie-Mythen!

Ein Smartphone kann sich manchmal wie Magie anfühlen, obwohl es selten unsere Handflächen verlässt. Besonders der Akku verhält sich unberechenbar, verliert 20% Ladung, bevor man Bluetooth ausschalten kann, und gibt nach ein paar Jahren auf.

Um diese Probleme anzugehen, kursieren viele Akku-Mythen. Ob es um das nächtliche Aufladen oder das Ausschalten des Geräts geht, um dem Akku eine Pause zu gönnen – oft suchen wir nach fragwürdigen Methoden, um mehr Leistung aus unseren überforderten Akkus herauszuholen.

Erfahre hier die Wahrheit hinter den Mythen!

Maximale Leistung: Auch bei 100% Ladung ist mehr möglich!

Wahr, ABER...!

Dein Smartphone-Akku besitzt mehr Energie, als angezeigt wird, aber wenn du diese Energie erschöpfst, verkürzt sich drastisch die gesamte Akkulebensdauer. Das Hauptproblem ist ein komplexer Kompromiss, den die Hersteller eingehen. Je größer die verfügbare Akkukapazität ist, desto weniger Lade- und Entladezyklen verträgt der Akku, ohne internen Schaden zu erleiden. Um Batterien Hunderte oder Tausende von Zyklen durchstehen zu lassen, wird die Energiemenge beschränkt, die sie freigeben können.

Um dies zu verstehen, sollten wir einen Blick auf die Funktionsweise von Lithium-Ionen-Batterien in deinem Smartphone, Laptop oder Elektroauto werfen. Sie bestehen aus zwei Schichten: Lithium-Kobalt-Oxid und Graphit. Die Energie wird freigesetzt, wenn Lithium-Ionen zwischen diesen Schichten hin- und herwandern. Beim Laden bewegen sich die Ionen in die entgegengesetzte Richtung – von Graphit zu Lithium-Kobalt-Oxid.

Das Problem mit der Lebensdauer und den Ladezyklen tritt auf, wenn zu viele Ionen aus der Lithium-Kobalt-Oxid-Schicht entnommen werden. Dabei gerät die atomare Struktur durcheinander. „Das Material bricht auseinander, wenn das gesamte Lithium entfernt wird“, erklärt Kent Griffith, ein Assistenzprofessor für Energiespeicherung an der UC San Diego.

Obwohl es möglich ist, eine Batterie über 100 Prozent aufzuladen, erfordert dies das Entfernen entscheidender Lithium-Ionen. Dies wäre, als würde man die Stützen eines Gebäudes entfernen und dann hoffen, sie wieder richtig zu platzieren, nachdem die Struktur gestört wurde.

Deshalb setzen Hersteller Grenzen für die Akkuladung. In der Regel wird nur etwa die Hälfte des Lithiums in der Lithium-Kobalt-Oxid-Schicht bei einer vollen Ladung entnommen. Ein höherer Entladungsgrad wäre möglich, aber dies kann nicht oft wiederholt werden, ohne Beschädigungen zu hinterlassen.

Schnelleres Laden: Der Flugmodus verkürzt die Ladezeit!

WAHR ...aber wert?

Ein üblicher Trick, um das Handy schneller aufzuladen, wenn es schnell gehen muss, ist der Flugmodus. Im Flugmodus werden alle Funkfrequenzen deaktiviert, wodurch Mobilfunkdaten und bei einigen Geräten auch Bluetooth- und Wi-Fi-Verbindungen abgeschaltet werden. Theoretisch sollte der Akku so schneller aufladen, da das Handy weniger Aufgaben hat, oder? Das ist zwar technisch korrekt, jedoch ist der Geschwindigkeitsgewinn recht gering. Laut einem in 2014 durchgeführtem Test von CNET verkürzte der Flugmodus die Ladezeit lediglich um vier Minuten. Die Frage an dieser Stelle ist also eher: Sind es diese vier Minuten wert?

Erhöhter Verbrauch: Wi-Fi & Bluetooth verringern die Akkulaufzeit!

WAHR

Abgesehen vom Display ist einer der größten Akkufresser die Energie, die beim Suchen und Verbinden mit Wi-Fi oder Datennetzen verschwendet wird. Wenn dein Akku rapide leer wird, liegt dies wahrscheinlich daran, dass dein Gerät übermäßig versucht, eine Mobilfunkverbindung herzustellen. „Wenn eine stabile Verbindung verfügbar ist, zum Beispiel ein Wi-Fi-Netz im Zug, ist es ratsam, sich damit zu verbinden“, empfiehlt Griffith. Die Reduzierung der Bildschirmhelligkeit ist eine weitere einfache Möglichkeiten zur Verlängerung der Akkulaufzeit.

Inoffizielle Ladegeräte schaden dem Akku!

WAHR

Nicht alle Ladegeräte sind gleich, und das kann die Akkulebensdauer deines Telefons negativ beeinflussen. Ladegeräte sind mit verschiedenen Schutzmechanismen ausgestattet, die den Ladestrom begrenzen und das Laden beenden, wenn der Akku voll ist.

Wenn zu viel Strom an den Akku geliefert wird, können zu viele Lithiumionen herausgezogen werden, was zu der gleichen Art von Verschlechterung führt, über die du bereits gelesen hast. Das bedeutet nicht, dass alle nicht-originale Ladegeräte schlecht sind, sagt Griffith, aber es ist wahrscheinlich besser, ein offizielles Modell zu verwenden.

Laden über Computer oder Laptop schadet dem Akku!

FALSCH

Langsameres Aufladen ist sogar vorteilhaft für die Batterien, meint Griffith. Wir sind wieder bei diesen Lithium-Ionen angelangt – sie bleiben ein wichtiges Thema. Je langsamer du eine Batterie auflädst, desto weniger Belastung erfahren die Lithium-Ionen und die damit verbundenen Strukturen, wodurch das Schadensrisiko für die Batterie reduziert wird. Deshalb setzen die Hersteller Grenzen für die Laderate, um ein zu schnelles Aufladen zu verhindern.

Gelegentliches Ausschalten eines Geräts schont die Batterie!

FALSCH

Auch dies ist ein Mythos, wenn auch nicht völlig unbegründet. Bevor Lithium-Ionen-Batterien weit verbreitet waren, wurden Nickel-Metallhydrid-Batterien verwendet. Bei ihnen war es schwierig, den genauen Ladestand ohne vollständige Entladung und erneutes Aufladen festzustellen. „Wenn sie halb entladen und dann aufgeladen wurden, konnte man den Ladestand nicht mehr genau erkennen. Man musste sie also vollständig entladen, um darüber Bescheid zu wissen“, erklärt Griffith.

Für Lithium-Ionen-Batterien trifft das nicht mehr zu. Moderne Batterien können ihren Zustand unabhängig vom Ladestand erkennen. Wenn dein Gerät nicht verwendet wird, belastet es den Akku fast genauso wenig wie im ausgeschalteten Zustand.

Batterien funktionieren schlechter wenn sie warm sind!

FALSCH

Das Gegenteil ist der Fall, wenn es um Akkulebensdauer geht. Kühle Temperaturen sind besser für Akkus, während hohe Temperaturen ihre Lebensdauer erheblich verkürzen. Überhitzung sollte vermieden werden, also keine Geräte in der Sonne oder im Auto liegen lassen.

Warum reagieren Batterien negativ auf Hitze? Dies hängt mit den flüssigen Elektrolyten zusammen, die die Zwischenräume zwischen den Batterieschichten füllen und die Ionenbewegung ermöglichen. Hohe Temperaturen führen zum Elektrolytenzerfall und Kapazitätsverlust nach wenigen Ladezyklen, ein Problem für Elektrofahrzeugbatterien.

Smartphones können bei Kälte etwas langsamer reagieren, da die Lithium-Ionen langsamer agieren. Dies verursacht normalerweise keine dauerhaften Schäden. Gelegentlich schalten sich Geräte bei Kälte mit niedrigem Ladestand ab, was keine Schäden, sondern nur Verwirrung in der Elektronik verursacht.

0 Prozent: Vor dem Laden sollte die Batterie leer sein!

FALSCH

Batterien erfahren die höchste Belastung, wenn sie vollständig geladen oder entladen sind. Der optimale Ladezustand liegt bei etwa 50 Prozent, wo sich die Lithium-Ionen gleichmäßig zwischen den Schichten verteilen. Dies minimiert die Belastung und erhöht die Anzahl der möglichen Ladezyklen.

Um die Lebensdauer der Batterie zu maximieren, sollte sie idealerweise zwischen 20 und 80 Prozent gehalten werden. Dadurch werden Belastungen reduziert, deine Nutzungsdauer aber auch!

Du findest diesen Beitrag Interessant?

Deine Freunde bestimmt auch!

JETZT TEILEN

Facebook
Twitter
Email

36 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Interessant für dich
TechNews

Apples KI der nächsten Generation: Revolution auf Hardware statt in der Cloud

Entfesselt Apple eine KI-Revolution? Die neueste Forschungsarbeit deutet darauf hin, dass die nächste Generation der Künstlichen Intelligenz nicht auf Cloud-Technologie setzt, sondern auf bahnbrechende Hardware-Integration. Siri könnte das Gesicht dieser Innovation sein. Mit den Techniken „Windowing“ und „Row-Column-Bundling“ verspricht Apple eine effizientere Speichernutzung und eine Datenlastreduktion. Ein potenzieller Durchbruch, der die Art und Weise, wie KI auf Mobilgeräten ausgeführt wird, revolutionieren könnte.

Image Credits: HP
LaptopNews

Unterwegs mit Stil: Der HP Envy Move im Test

Der HP Envy Move ist mehr als nur ein PC – er ist ein stilvoller Begleiter für moderne Nutzer. Mit seinem eleganten Design und dem stabilen Griff wirkt er wie eine Aktentasche für den digitalen Lifestyle. Die „magischen Füße“ stabilisieren den PC auf jedem Tisch, während die phänomenalen B&O-Lautsprecher ein beeindruckendes Klangerlebnis bieten. Die Kängurutasche auf der Rückseite verstaut die Bluetooth-Tastatur geschickt. Trotz kleiner Kritikpunkte wie der begrenzten Farbauswahl und der Akkulaufzeit von 4 Stunden bleibt der Envy Move ein Gesamtpaket, das Stil, Mobilität und Leistung vereint.

TechNews

Die 3. Generation AirPods: Frischer Wind zum erschwinglichen Preis

Apple plant für 2024 die Einführung von zwei neuen AirPods-Generationen, darunter die dritte Generation mit aktiver Geräuschunterdrückung zu einem erschwinglichen Preis. Die Strategie zielt darauf ab, den Verbrauchern attraktive Alternativen zu bieten und die Konkurrenz in Schach zu halten.

TechNews

Revolutionäre medizintechnische Fortschritte 2023: Von sprachlicher Rehabilitation mittels Videospieltechnologie bis hin zum fliegenden Krankenhaus

Entdecke die bahnbrechenden medizinischen Innovationen des Jahres 2023! Von Sprachrehabilitation mittels Videospieltechnologie bis zu drahtlosen Wearables für die Gesundheitsüberwachung – diese Fortschritte revolutionieren die Medizin. Ein neues Implantat ermöglicht die Echtzeitüberwachung von Organtransplantaten, während das Flying Eye Hospital Augenheilkunde in die Lüfte bringt. Erfahre, wie Technologie das Gesundheitswesen transformiert und für mehr Wohlbefinden weltweit sorgt.